Die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe geht heute immer weiter nach unten, was wohl unter anderem daran liegt, dass sich kleine Betriebe nicht mehr lohnen, und die mit einem Bauernhof verbundene Arbeit sehr schwer ist. Nachwuchsprobleme tun sich auf, denn die Selbstverständlichkeit, mit der früher der Sohn den Hof des Vaters, wie dieser vom Großvater, übernommen haben, ist längst verschwunden. So entstehen immer mehr größere Betriebe, die mit riesigen Maschinen, wie sehr starken Traktoren, bewirtschaftet werden, während die kleinen Landwirtschaften aussterben. Als Landwirt im Haupterwerb arbeitet man von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, hat kaum einmal einen Tag frei und kann auch sonntags niemals die Hände in den Schoß legen.
Viele Arbeiten, die auf einem Bauernhof anfallen, sieht der normale Bürger gar nicht. Es ist nicht mit dem Melken und Misten, dem Füttern und der Besorgung des Futters für die Tiere abgetan. Je nachdem, was der Haupterwerb des Hofes ist, kommt noch vieles dazu. Gemüsebauern haben die ganze Saison von der Pflanzung bis zur Ernte mit ihren Produkten zu tun, um sie vor Schädlingen und anderen Einflüssen zu schützen. Misslingt eine Ernte, kann dies den finanziellen Ruin bedeuten. Auch die Einsätze besonderer Mittel, wie etwa Trockeneisstrahlen, um einen Stall oder eine Scheune von Schädlingen oder anderem zu reinigen, sind manchmal erforderlich.
Hinzu kommt in jedem Fall die ständige Wartung der Maschinen. Dies beginnt bei den Traktoren, von denen mittlerweile schon in kleineren Betrieben mehrere vorhanden sind, und endet bei Kühlungs- und Melkanlagen. Manches hierbei kann der Bauer selbst erledigen, für anderes braucht er Fachleute, die jedoch eine Menge Geld kosten. Ist ein Traktor oder ein Anhänger auch auf der Straße unterwegs, muss sich auch um die TÜV- und ASU Untersuchung gekümmert werden. Was früher nur mit einer Vielzahl von Arbeitstieren, Knechten und Mägden erledigt werden konnte, macht heut meist der Landwirt allein, mit der Hilfe seiner Maschinen.
Neben dem Bereiten der Felder, dem Abmähen der Wiesen, der Silage und der Pflege des Waldes, wozu auch der Verkauf von Holz gehört, betreiben viele Landwirte nebenbei noch einen Hofladen, in welchem Eier, Geflügel, Fleisch und Folgeprodukte, aber auch Handarbeiten, Kerzen und anderes verkauft wird. Die ist eine zusätzliche Einnahmequelle, die jedoch mit vielen strengen Auflagen verbunden ist. Oftmals geht auch die Ehefrau zusätzlich in die Arbeit, dass sich das Leben mit einer Landwirtschaft lohnt. Dumping Preise für die Produkte sind schuld daran, dass kaum noch ein Landwirt große Sprünge machen kann, es sei denn, er hat seinen Hof so ausgebaut, dass er eher einem Industriebetrieb ähnelt.
